Rechtliche Situation - Campen

Es ist nur wenige Jahre her, da war Sardinien tatsächlich so etwas wie das letzte Paradies für Womo-Urlauber.

Rechtliche Situation - Campen

Zwar ist in Italien, also auch auf Sardinien, seit langem wie praktisch überall in Europa das Wildzelten prinzipiell verboten.

Tatsächlich konnte man jedoch praktisch immer und überall frei stehen, auch über Tage oder gar Wochen hin. Nicht selten war dies nicht nur geduldet, sondern wurde in strukturschwachen, vom Tourismus damals noch kaum berührten Regionen wie der Halbinsel Sinis oder an der abgelegenen Küste des Sulcis und Iglesiente im Südwesten Sardiniens geradezu begrüßt.

Kamen einmal die Carabinieri, so war es mit dem Hinweis "no campeggio, solo per una notte“ eigentlich immer getan.

Verbotsschilder - Hinweisschilder

Leider hat sich diese Situation in den letzten Jahren gründlich verändert. Auch wenn andere Veröffentlichungen weiterhin das Gegenteil behaupten, ist es heute rings um die gesamte Insel herum offiziell verboten, mit dem Womo frei zu stehen. Dementsprechend ist so ziemlich alles in Küsten- und Strandnähe mit entsprechenden Hinweisschildern, Höhenbegrenzungen oder Schranken versehen.

Die Verbote erlassen und überwachen die verschiedenen Provinzen und Gemeinden. Das bedeutet, dass das Verbot zwar generell ist, aber je nach Saison und Ort sehr verschieden gehandhabt und durchgesetzt wird oder auch nicht.

So ist es beispielsweise auf dem Territorium der sehr Womo-unfreundlichen Gemeinde Santa Teresa Gallura im Nordwesten der Insel in der Saison kaum mehr möglich, mit dem Womo auch nur einen Strandparkplatz zu erreichen, weil schon auf vielen Anfahrten dazu für Womos „Durchfahrt verboten“ ist. Jedes Übernachten außerhalb von erlaubten Bereichen wird rigoros verfolgt.

Das ist jedoch nur von ca. Mai - Sept. so. Danach werden auch in S. T. Gallura alle Verbotsschilder abgeschraubt. Andere Gemeinden wiederum haben zwar auch die von der Provinz verordneten Schilder aufgestellt, sehen jedoch keinen Grund, Zuwiderhandlungen auch zu verfolgen. Mancherorts bleiben sie auch außerhalb der Saison stehen, haben aber dann faktisch keine Gültigkeit. Nicht selten stand ich schon neben Carabinieris auf eigentlich gesperrten Plätzen, die gemeinsam mit mir die schöne Aussicht aufs Meer genossen haben.

Die Situation ist auf Sardinien damit zurzeit mehr als nur uneinheitlich und verwirrend. So ist es nicht selten, dass der eine Urlauber von vielen schlechten Erfahrungen zu berichten und von happigen Geldstrafen zu erzählen weiß, während der andere völlig unbelästigt herrliche Freisteh-Zeiten am Traumstrand erlebt hat und die Erzählungen des Anderen so gar nicht recht glauben mag.

Um etwas Klarheit in die Situation zu bringen, habe ich mich immer wieder vor Ort bei Bürgern, Polizei oder auf Tourist-Infos schlau zu machen versucht, was wann, wo, wie und warum nun gilt oder eben nicht.

Eine wirkliche Antwort habe ich nicht erhalten. Einfach deshalb, weil sie keiner geben kann. Übereinstimmender Tenor der Antworten: „Ja, kann man ruhig machen. Aber wenn es zu viel wird, dann muss man sich dagegen wehren.“ Damit ist die zentrale Problematik des Freistehens definiert: Es ist das „zu viel“. Tatsächlich wurde es rein mengenmäßig Jahr für Jahr immer mehr und war schon seit Jahren wenigstens im Hochsommer, wenn die Italiener vom Festland kommen, zu viel. Wer einmal gesehen hat, wie Dutzende oder auch Hunderte von Womos dann mit kaum zu durchdringenden Wagenburgen und Sperrgürteln manche Strände blockieren und für den Normalbadenden nur unter Schwierigkeiten erreichbar gemacht haben, der versteht, warum es den Einheimischen dann eben immer öfter „zu viel“ wurde und wird. Und wenn er dann sieht, welche Müllberge diese Wohnmobile hinterließen und wie leichtfertig und unverantwortlich sie leider teils noch immer mit dem Thema „Ver-/Entsorgen“ umgehen, dann kann man auch als Womo-Reisender durchaus Verständnis für Verbote aufbringen.

Deshalb werde ich in diesem Buch keine freien Stellplätze empfehlen, sondern ausschließlich offiziell erlaubte Plätze nennen. Ob Sie dann auf eigenes Risiko auf dem einen oder anderen beschriebenen Picknick- oder Badeplatz dennoch einfach die Nacht bleiben, das steht Ihnen natürlich völlig frei. „Zu viel“ ist es denn auch nur dort, wo viele sind und nur während der Saison. Im Juli und August ist es entlang der Küste kaum mehr möglich, irgendwo über längere Zeit frei am Strand zu stehen. Besonders da nicht, wo schon andere Camper stehen. Doch steht ein einzelnes Womo an einer abgelegenen Stelle am Strand und stört dabei niemand, so bleibt es meist selbst auch ungestört, auch im Hochsommer. In der Vor- und Nachsaison und im Winter sowieso stört sich kein Mensch an ein paar Fahrzeugen am Strand. Außer es werden eben „zu viel“.

Die geschilderte diffuse Situation gilt allerdings nur in der Saison und an den Küsten. Ansonsten ist sie ziemlich klar. Denn will man das Inselinnere mit dem Womo bereisen, so bleibt einem mangels Alternativen gar nichts anderes übrig, als sich irgendwo in der freien Wildbahn einen netten Platz für die Nacht zu suchen. Denn Camping oder Stellplätze gibt es hier, von ein paar sehr wenigen Ausnahmen abgesehen, schlicht nicht. Außerhalb der Saison gilt das auch für die gesamte Küste. Denn zwischen Ende Oktober und Anfang Mai sind fast alle Camping- und Womo-Stellplätze geschlossen. Die Entscheidung, ob und wo Sie frei stehen oder nicht, müssen Sie in eigener Verantwortung treffen.

Textauszug „Freies Stehen“ auf Sardinien, Die schönsten Routen durch Sardinien

SWMV bedankt sich bei
Reise Know-how Verlag
Autor Peter Höh

So ist es beispielsweise auf dem Territorium der sehr womo-unfreundlichen Gemeinde Santa Teresa Gallura im Nordwesten der Insel in der Saison kaum mehr möglich, mit dem Womo auch nur einen Strandparkplatz zu erreichen, weil schon auf vielen Anfahrten dazu für Womos „Durchfahrt verboten“ ist. Jedes Übernachten außerhalb von erlaubten Bereichen wird rigoros verfolgt. Das ist jedoch nur von ca. Mai–Sept. so. Danach werden auch in S. T. Gallura alle Verbotsschilder abgeschraubt. Andere Gemeinden wiederum haben zwar auch die von der Provinz verordneten Schilder aufgestellt, sehen jedoch keinen Grund, Zuwiderhandlungen auch zu verfolgen. Mancherorts bleiben sie auch außerhalb der Saison stehen, haben aber dann faktisch keine Gültigkeit. Nicht selten stand ich schon neben Carabinieris auf eigentlich gesperrten Plätzen, die gemeinsam mit mir die schöne Aussicht aufs Meer genossen haben.

Die Situation ist auf Sardinien damit zurzeit mehr als nur uneinheitlich und verwirrend. So ist es nicht selten, dass der eine Urlauber von vielen schlechten Erfahrungen zu berichten und von happigen Geldstrafen zu erzählen weiß, während der andere völlig unbelästigt herrliche Freisteh-Zeiten am Traumstrand erlebt hat und die Erzählungen des Anderen so gar nicht recht glauben mag.

Um etwas Klarheit in die Situation zu bringen, habe ich mich immer wieder vor Ort bei Bürgern, Polizei oder auf Tourist-Infos schlau zu machen versucht, was wann, wo, wie und warum nun gilt oder eben nicht.

Eine wirkliche Antwort habe ich nicht erhalten. Einfach deshalb, weil sie keiner geben kann. Übereinstimmender Tenor der Antworten: „Ja, kann man ruhig machen. Aber wenn es zu viel wird, dann muss man sich dagegen wehren.“ Damit ist die zentrale Problematik des Freistehens definiert: Es ist das „zu viel“. Tatsächlich wurde es rein mengenmäßig Jahr für Jahr immer mehr und war schon seit Jahren wenigstens im Hochsommer, wenn die Italiener vom Festland kommen, zu viel. Wer einmal gesehen hat, wie Dutzende oder auch Hunderte von Womos dann mit kaum zu durchdringenden Wagenburgen und Sperrgürteln manche Strände blockiert und für den Normalbadenden nur unter Schwierigkeiten erreichbar gemacht haben, der versteht, warum es den Einheimischen dann eben immer öfter „zu viel“ wurde und wird. Und wenn er dann sieht, welche Müllberge diese Wohnmobile hinterließen und wie leichtfertig und unverantwortlich sie leider teils noch immer mit dem Thema „Ver-/Entsorgen“ umgehen, dann kann man auch als Womo-Reisender durchaus Verständnis für Verbote aufbringen.

Deshalb werde ich in diesem Buch keine freien Stellplätze empfehlen, sondern ausschließlich offiziell erlaubte Plätze nennen. Ob Sie dann auf eigenes Risiko auf dem einen oder anderen beschriebenen Picknick- oder Badeplatz dennoch einfach die Nacht bleiben, das steht Ihnen natürlich völlig frei. „Zu viel“ ist es denn auch nur dort, wo viele sind und nur während der Saison. Im Juli und August ist es entlang der Küste kaum mehr möglich, irgendwo über längere Zeit frei am Strand zu stehen. Besonders da nicht, wo schon andere Camper stehen. Doch steht ein einzelnes Womo an einer abgelegenen Stelle am Strand und stört dabei niemand, so bleibt es meist selbst auch ungestört, auch im Hochsommer. In der Vor- und Nachsaison und im Winter sowieso stört sich kein Mensch an ein paar Fahrzeugen am Strand. Außer es werden eben „zu viel“.

Die geschilderte diffuse Situation gilt allerdings nur in der Saison und an den Küsten. Ansonsten ist sie ziemlich klar. Denn will man das Inselinnere mit dem Womo bereisen, so bleibt einem mangels Alternativen gar nichts anderes übrig, als sich irgendwo in der freien Wildbahn einen netten Platz für die Nacht zu suchen. Denn Camping oder Stellplätze gibt es hier, von ein paar sehr wenigen Ausnahmen abgesehen, schlicht nicht. Außerhalb der Saison gilt das auch für die gesamte Küste. Denn zwischen Ende Oktober und Anfang Mai sind fast alle Camping- und Womo-Stellplätze geschlossen. Die Entscheidung, ob und wo Sie frei stehen oder nicht, müssen Sie in eigener Verantwortung treffen.

 

Textauszug „Freies Stehen“ auf Sardinien
Die schönsten Routen durch Sardinien

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